Gedanken
Kaugummi.
So sind manchmal meine Gedanken, wie Kaugummi.
Ich erkläre: Oft steckt in meinem Kopf ein Gedanke – ein völlig durchschnittlicher Gedanke, ohne einen besonderen Wert oder so - und: will nicht durch-/aus-/weggedacht werden. Er entwickelt sich nicht, er braucht weder Erklärung noch sucht er Lösungen, fordert Maßnahmen, er will nichts hervorrufen, nichts ändern, er will nirgendwo hin. Er ist auch nicht unbedingt ganzheitlich, von sich aus, ein Teilchen aus irgendeiner Geschichte, ein Verschnitt, und will aber in sich abgeschlossen bleiben. Oder auch nicht abgeschlossen. Aber jedenfalls bleiben.
Und er bleibt. Wie viele Gedanken kommen durch den Kopf eines Menschen pro Sekunde? Da sagt die Wissenschaft was dazu. Viele jedenfalls. Nur halt scheinen alle meinen anderen Gedanken in solchen ‘hang-up’ Momenten irgendwo zu verschwinden und lassen mich alleine mit diesem Einen. Eine Minute, fünf Minuten, ich weiß nicht wie lange, ich kann dann nämlich auch an die Zeit nicht denken. Er ist manchmal sehr einfach, viel zu einfach, der Gedanke, und gerade das macht ja verrückt.
Stellt Euch vor, einen extrem einfachen Gedanke fünf Minuten lang durchzudenken. Einen einfachen – ganz einfachen… einfachen Gedanken… der einfach ist… er ist… sehr einfach… der Gedanke… viel zu einfach… der einfache Gedanke… ein einfacher Gedanke… ist einfach… er ist ein Gedanke, einfach… einfacher Gedanke… Gedanke… einfach… einfach… einfach… er ist… einfach… EINFACH! EIN-FACH!! …ein…ein…fach…
So ungefähr.
Und ich kann diesen Kaugummi nicht einfach ausspucken, bis er sich von alleine auslöst.
Aber das alles nur nebenbei. Denn eigentlich sind solche Gedanken hier nicht zu finden, weil die ja im Kopf stecken und nach einer Zeit einfach verschwinden. Und man vergisst die.
Einige anderen, die auch eine Zeit lang stecken, aber durchaus mehr Entwicklung haben als die ‘einfache’ Geschichte, und – nicht bleiben wollen. Raus wollen. Diese sind hier zu finden.
Gedanken, die so entstehen. Ob aus irgendeinem Grund, mit einem Zweck, sinnvoll, relevant, wichtig, praktisch, – oder nicht. Meistens eher nicht. Oder vielleicht doch. Jedenfalls etwas, was sich schreibt. Manchmal ganz kurz, manchmal lang, öfters viel kürzer oder länger als notwendig.
Aber hoffentlich lesbar. Irgendwie.


ich hab schon lang keine gedanken mehr gelesen, die so ausser sich waren vor freude, gedacht zu werden ist irgendwie interessant, man könnte sich an einem gedanken aufhängen, sich mit einem identifizieren hast du dich schon mal mit einem gedanken identifiziert, oder infiziert, ja schon, einmal hab ich mich mit einem gedanken infiziert, und bin ihn seit dem nicht mehr losgeworden, ich glaube er verfolgt mich noch nach meinem tod, dieser gedanke, du willst wissen was für ein gedanke das ist, es ist der gedanke der sich in deinen verstand einschleichen, sich mit dir zu identifizieren wünscht, es ist der gedanke der deinem leben keinen sinn gibt, und der trotzdem weitergedacht werden will, solange bis du meinem spiegel gegenüberstehst und dich daran erinnerst wer dieser gedanke denn eigentlich ist. du selbst bist dieser gedanke. und jetzt geh danke.
danke für den kommentar und für diesen bewusstseinsstromähnlichen gedanken-rap.
du bist gleich dieser gedanke, aber auch dein gedanke ist gleich du. warum sollte er dann eigenlich gehen?
lustig, dass du gedanken mit kaugummi in verbindung bringst. ich träume in letzter zeit häufig von einem kaugummi, den ich ausspucken will, aber nicht kann. ich glaube, das ist eine metapher für die gedanken, die in meinem kopf sind und die ich nicht an zugehöriger stelle deponieren kann.
ach, diese träume. gedanken, irgendeine gefühle, erlebtes, jedenfalls etwas, was man schon längst ausgedruckt oder verwertet haben sollte… kann sein.