Abschied II

Veröffentlicht: Januar 21, 2009 in Gefühle, Selbstgespräche
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Nein. Nein. Ich werde dich nicht mehr fragen, nicht mehr stören, nicht mehr mir bewusst weh tun. Als ob alles in Ordnung ist, als ob alles toll ist. Übliche Gespräche, übliches hallo – wie geht’s – wie war dein tag – . Dein Tag ist nicht mehr mein Tag, schon lange nicht mehr, er war es nie. Mein Tag versinkt in diesen gespenstlichen Träumen, die nie wahr werden, die nie wahr werden konnten, die nie hätten entstehen sollen, die nie einen Grund zum Enstehen hatten.

Ja, ich habe gespielt, das ja-so-ist-es-besser-Verstehen, das alles-ist-normal-Verhalten, das mir-geht-es-gut-Lächeln. Du weißt es auch. Und du lässt es besser so, weil du selbst nichts weißt, weil es für dich besser so ist, besser, das als-ob und damit deine immer-sorglos-Einstellung zu behalten.

Ich weiß alles, ich verstehe alles, ich weiß nichts bis ich es direkt höre. Ich muss alles hören, deine Augen sehen. Damit es weh tut. Richtig weh tut. Ich muss es hören, wie du es sagst, ganz ruhig, ganz gefühllos, vielleich etwas mitleidig, mit dem hinterbewussten ‚es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen’… Sagst und wartest. Bis er vergeht, dieser Moment, bis ich irgendein Blödsinn erzähle, mit dem als-ob-Lächeln. Bis ich mich ausschweige. Bis es in alle Körperzellen reinschlägt, dieses Verstehen, das Verstehen das schon ewig da war. Ein Moment des unsichtbaren Todes, du schaust dich um, dein Körper bewegt sich, deine Lippen flüstern lächelnd die mit Leere gefüllten Wörter – „Schön“ – „Klar“ – „Was hast du morgen vor“ – „Ja, ich verstehe“ – „Hab einen schönen Tag“ – dein Gehirn erstellt eine neue To-Do-Liste für die Woche, es ist alles wie immer. Nur du beobachtest dich irgendwie von der Seite, als ob jemand Fremdes.

Die Stille.

Ja, ich weiß es. Es wäre nicht besser, es wäre nicht anders. Es wäre nicht.  Es gibt kein wäre. Es gibt kein war und kein wird. Es gibt nur ist, und es ist wie es ist. Nur bei dir ist das ist „immer sorglos“, und bei mir ja gerade so wie es ist…

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Kommentare
  1. ml sagt:

    Es ist eben nicht alles wie immer. Nichts ist wie immer, alles hat sich verändert und ich sehe zum ersten Mal seit langem klar auf mich selbst. Und habe Zweifel zu dem, was ich da sehe. Die Masken die ich trage passen alle nicht mehr zu dem was ich empfinde, das Lächeln ist auch bei mir nur gespielt weil mich die Menschen sorglos kennen, sich keine Sorgen machen zu müssen ist ja auch ein Privileg, welches zu haben sich alle Menschen wünschen.

    Ich würde mir wünschen, wenn ich denn könnte. Wenn ich wüsste, was ich mir wünschen sollte. Was will ich mehr, was will ich weniger. Ich weiß es nicht mehr.

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