1. Tenti entdeckt einen Rucksack

Veröffentlicht: Juni 2, 2009 in Kindergeschichten. Nicht für Kinder.
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Heute ist eigentlich ein ganz normaler Tag. Die Sonne scheint, Fliegen und Bienen summen herum, Kühe suchen nach dem leckeren Gras und verstecken sich im Gebüsch vor der Hitze. Es ist Mittagszeit und bis es am Nachmittag wieder aufs Feld geht, kann sich Tenti mit den Sachen beschäftigen, die sie eher interessieren.

Und interessiert sie gerade etwas, was sie auf dem Dachboden entdeckt hat. Es gibt hier nämlich eine Menge Altkram: alte Schuhe, alte Kleider, alte Bücher, alte Zeitungen, altes Spielzeug, und so noch viel anderes altes Zeug. Und darunter findet Tenti – ganz zufällig natürlich, nachdem sie alle anderen alten Sachen untersucht hat, – einen alten mit dem Altkram vollgestopften Rucksack. Juhu! Im Nu ist da alles raus, der Rucksack schön geputzt, wie es nur in dreißig Sekunden möglich ist, und für eine RICHTIGE Wanderung bereit. Nur da erscheint schon das erste Problem: ein Rucksack muss nämlich voll sein, um ein richtiger Rucksack zu sein. Was man so für eine Wanderung einpacken soll, weiß Tenti ungefähr, schließlich hat sie genug Abenteuer-Bücher gelesen. Ein Zelt muss rein, und ein Messer, und Töpfe, und eine Taschenlampe, und eine Regenjacke. Und vielleicht noch etwas Essen. Und vielleicht noch ein paar Schuhe. Und bestimmt noch so einiges. Aber einiges gibt es hier im Haus nicht, und anderes müsste Tenti noch suchen und einpacken, und dafür ist sie gerade zu faul. Vor allem weil man ja später alles auspacken muss.

Deswegen kommen in den Rucksack andere, nicht weniger wichtige Sachen rein: ein Kissen, fünf Bücher, eine alte Puppe, ein paar Gardinen, eine bestaubte Vase, zwei Vadis Hosen, eine Packung Glühbirnen und, damit der Rucksack schwer genug ist, wie es sich gehört, ein kaputtes Bügeleisen dadrauf. Auf dem Rucken sitzt er etwas schief zur linken Seite geneigt und wackelt ein bisschen. Aber nun mal ist es ein richtiger Rucksack und Tenti freut sich wahnsinnig.

Gleichzeitig ist sie traurig, denn nun muss sie ihr Zuhause für immer verlassen.

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