Komische Fragen auf komische Antworten

Veröffentlicht: Juni 23, 2009 in Fragen, Selbstgespräche
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– Meinst du?
– Was?
– Ich wollte nur fragen.
– Was denn?
– Hab ich doch schon.
– He?
– Ach, niemand versteht mich.
– Meinst du nicht, dass du daran etwas ändern könntest?
– Zum Beispiel?
– Zum Beispiel, klarere Fragen stellen.
– Das heißt, keine komplizierten Fragen stellen.
– Nein, nicht unbedingt. Komplizierte Fragen können auch klar sein.
– Naja. Nicht die *wirklich* komplizierten Fragen.
– Na… Vielleicht.
– Siehst du.
– Was sind denn diese wirklich komplizierten Fragen, die du unbedingt stellen möchtest?
– Hach ja… Hm. Wie du so bist…
– Wie ich bin? Was meinst du?
– Na, das ist es halt. Ich weiß nicht. Ich will so ein Gefühl, ich will keine Fakten. Oder auch Fakten und so, aber nicht unbedingt, nicht nur.
– Du willst etwas, was ich dir nicht geben kann.
– Kannst du nicht?
– Ich glaube nicht. Du suchst ja nicht nach meiner Antwort, du suchst nach deinem Gefühl.
– Aber ich will auch eine Antwort haben.
– Antwort von wem?
– Von dir…
– Wirklich?
– Ja. Ich weiß nicht. Vielleicht auch nicht. Aber ich meine, deine Antwort würde doch nicht stören, wäre doch irgendwie besser. Sie würde mir vielleicht helfen, eine andere Antwort zu finden.
– Du glaubst daran selber nicht.
– Doch. Zumindest bin ich da nicht sicher. Was sag‘ ich da. Du verunsicherst mich.
– Tu‘ ich?
– Ja, merkst du nicht?
– Doch. Klar. Das wollte ich auch.
– Warum fragst du denn?
– Eine Gewohnheit.
– Eine komische Gewohnheit.
– Wäre es besser, nicht zu fragen?
– Nein. Aber auch zu antworten.
– Auch wenn es komische Antworten sein werden?
– Ja. Vor allem.
– Auch wenn es keine Antworten gibt?
– …Da sind Fragen vielleicht besser…
– Komische Fragen?
– Ja. Vor allem.
– Meinst du?

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Kommentare
  1. ml sagt:

    Andy Warhol, erzählt man sich, war in einer Wohnung zu Gast, die Ihm sehr gefiel. Er fragte den Besitzer, wie diese so sei und er meinte, für einen sei die Wohnung gerade groß genug, zwei Menschen könnten sie nur bewohnen, wenn sie sich so nahe stünden als wären sie eins. Daraufhin fragte Warhol, ob der Besitzer zwei Menschen kennen würde, die sich so nahe stehen? Die Antwort steht noch aus.

  2. ml sagt:

    doch, eigentlich schon. aber selbst erleben?

    • tenti sagt:

      alles, was für die anderen möglich ist, ist auch für sich vorstellbar. alles, was vorstellbar ist, ist auch möglich. (die sätze kann man tauschen.)
      oder kürzer: was möglich ist, ist möglich.

  3. ml sagt:

    was ist dann unmöglich? und: willst du jemandem so nahe sein. wie sollte mensch das anstellen?

  4. tenti sagt:

    unmöglich ist, was in deiner macht ist / von dir abhängt und was du als unmöglich empfindest. anders ausgedrückt: unmöglich sind deine möglichkeiten, die du als unmöglich glaubst.

    ob du das willst, ist eine andere frage. vielleicht sollte mensch damit anfangen…

  5. ml sagt:

    aber ich habe dich gefragt. ist das von mir als subjekt abhängig? anfangen.

    • tenti sagt:

      ob ich das will? ja und nein.
      ich bin neugierig, möchte reinblicken, möchte wissen, wie es ist, drinnen, wie es ist, eins zu sein. möchte es fühlen. es fühlt sich so seltsam schön an, selbst wenn es nur annähernd so nah ist.
      gleichzeitig habe ich angst, sich aufzulösen, und verantwortung zu tragen, für das auflösen vom anderen. dieses einssein nicht aushalten, ihm nicht gewachsen zu sein. einssein als entblößung des selbst und des anderen. so was.
      außerdem finde ich auch das anderssein auch schön. eigenartig. nicht eins werden, sondern sich ergänzen, immer neues lernen (wollen), immer staunen.
      ob man das verbinden kann?

      (updated: verschobene satzteile sind wieder da, wo sie hingehörten…)

      • ml sagt:

        Ist das nicht schon die perfekte Verbindung? Eins zu werden und doch nicht eins zu sein, sondern zwei? Denn – eins und eins ist zwei. Oder sollte man lieber im digitalen zusammen bleiben, als eins und null. Da hätte man das Problem, das sich die 0 der 1 unterordnet, der Nullzustand ist, aus.

        Dann lieber zwei, bestehenden aus zwei einsen. Zu nahe vergrößert die Entfernung.

        Fühlst du es. Hast du es gefühlt. Willst du es fühlen?

  6. tenti sagt:

    Zu nahe vergrößert die Entfernung… Ist das ein Axiom?
    Angst ist es…

  7. ml sagt:

    So in der Richtung. Angst ist auf jeden Fall ein Axiom, Angst davor vor dem Nichts zu versagen. Kierkegaard beantwortet diese Angst mit dem Sprung in den Glauben, Heidegger :)

    Was Nähe / Entfernung angeht – wenn die parallel laufenden Achsen sich kreuzen, sich so nahe kommen das sie ihre parallelität aufgeben – dann ist etwas schief gelaufen. Zu viel Nähe verursacht Enfernung, weil sich die Dinge physikalisch abstoßen müssen.

    Leider.

    • tenti sagt:

      das leben läuft aber nicht in geraden, und auch zwei menschen können nicht parallel leben. das leben läuft in spiralen, kreisen und zickzacken. wenn die sich mal treffen und eine weile zusammen laufen… – nein, da ist nichts schief gelaufen…

      • ml sagt:

        oh, manchmal können geraden ganz schön kreissig und zick-zackig aussehen, sie bleiben aber geraden, mit all ihren knicken und abbiegungen. leben als nicht-geometrie, quasi.

        • tenti sagt:

          leben als geometrieähnliche nicht-geometrie, ja. genau deswegen ist da nichts verkehrt, wenn diese zickzackförmigen geraden ihre nicht-geometrische parallelität aufgeben und sich nähern, gar ein weilchen mitlaufen…

          und: leben als physikähnliche nicht-physik: dinge müssen sich nicht abstoßen, es gibt zwei seiten bei einem magnet…

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