Reisenotizen: Lost and Found

Veröffentlicht: März 4, 2010 in Gedanken, Gefühle
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my home is my castle

Sie haben mir meine Eltern weggenommen. Meine Eltern, meinen Bruder – einfach weg, ohne dass mich jemand fragte. Nun gut, dafür habe ich einen Opa gekriegt, den ich nie hatte, aber ich wollte den Tausch doch gar nicht. Mein Cousin, meine beste Freundin, ein guter Freund – alle bieten mir irgendwelche billige Alternativen an. Ich will eure Scheiß- Alternativen nicht! Ich will meine Papa und Mama, meine Freunde, meine Erinnerungen… Ich will wieder jung sein.

Ich bin zu alt. Ja, anders kann man es nicht erklären, es ist zu spät für alles. Ich hätte längst eine billige Ich-Alternative anbieten sollen, um in diese Welt wieder reinzupassen. Wieder? Nun, irgendwie besser. Nicht, dass meine jetzige Existenz weniger billig ist. Die kostet zwar viel, ist aber eigentlich nach allen möglichen Standards wertlos… Nicht kalkulierbar – in Kindern, Männern, Wohnungen, Gehältern, – nicht passend: nichts wert.

Ich will keine Angst haben.
Ich mag keinen Druck.
Ich hasse die Gesellschaft für ihre Standards und für die Schubladen, aus denen man nie rausbricht.
Ich hasse es, Angst zu haben.

Es ist vorbei. Ich habe mein Zuhause verloren. Ich habe mein Zuhause verloren und Tausend andere gefunden. Mein Heim ist, wo ich grade bin, – nur ich habe mich so zerstreut in den Wandertagen, dass jedes neue Zuhause kleiner wird, unpersönlicher, fremder. Überall habe ich etwas von mir zurückgelassen, und die Zeit wird es nicht mehr zurückgeben. Die lacht mich aus. Ich bin einfach zu alt.

Bin ich weiser geworden? Ich lebe gerade meine verpasste Teenage-Phase durch (oder nochmal anders) – was kann man dazu noch sagen… Manchmal denke ich, mit dreizehn war ich noch erwachsen: verfolgte bestimmte Ziele, hatte kein Vertrauen, bevorzugte Vernunft den Scheiß- Emotionen.  [Ob das überhaupt stimmt?] Zwar wollte ich mich da auch aufhängen, aber das zählt diesmal nicht. [Ob das überhaupt stimmt?] Wie auch immer, die Zeit ist längst vorbei, und, nachdem ich meine um Jahrzehnt verspätete rebellische Jugend auslebe, werde ich wohl in eine ’sorgenfreie Kindheit‘ übergehen müssen. Dafür bräuchte ich wohl Kinder…

…Ich will einmal jung sein –

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