Archiv für April, 2010

Es war Nacht. Keine Sterne fielen zu Boden, weil es keine Sterne zu sehen gab und weil die Sterne ja in Wirklichkeit nie herunterfallen konnten. Jedenfalls nicht so, dass ein Erdmensch es überleben und dann darüber berichten könnte. Was am Ende nicht wichtig war, die Tatsache blieb, dass Anna in dieser Nacht keine Gelegenheit bekam, ihren Wunsch auf eine wundersame Astro-Weise erfüllt zu bekommen. Deswegen wanderte sie durch die graue Stadt bis zum Morgengrauen, in der Suche nach einem anderen Wunscherfüller, nämlich dem Zufall. Straßen, Brücken, Wiesen und Felder, Eisenbahnschienen und Pfützen, alles vermischte sich zu einer dunklen nichtssagenden, nichts- und nirgendwohinbringenden Masse unter den Füßen.

„Ich habe lange nachgedacht…“
„Und?“
„Ich kenne dich doch nicht.“
„Das kann nicht sein.“
„Warum nicht?“
„Weil das du bist. Wenn du mich nicht kennst, wer sonst?“
„Du kennst mich halt nicht.“

Es war Morgen. Ich dachte an ihre kalten Füße in der Nacht, und wie sie geweint hat. (mehr …)

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Fieberwahn

Veröffentlicht: April 7, 2010 in Diverses
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Kalte Füße gegen den heißen Kopf.
Schmerz ist das beste Mittel, um wach zu bleiben.
Schmerz ist das beste Schmerzmittel.
Ich würde gerne auf den Dächern tanzen, vom Dach zu Dach springen, mich an den Antennen aufhängen.
Sommer schlägt zu. Der sanfte Wind auf der Haut, Sonnenbrand auf der sanften Haut, ich bin glücklich, ich würde mich umbringen.
Was bleibt mir, als auf meinem Seil zu tanzen, die Knoten durchzubeißen, ich hab so Hunger.
Hunger ist das beste Mittel gegen alles.
Heiße Körper mit lauwarmen Seelen; zu viel Körper, als dass das Feuer durchdringt.
Ich möchte brennen!
Immer wieder die alten Wunden, reinbeißen, das Blut ist noch warm. Ich hab auch Durst.
Knoten, überall Knoten.
Eine endlose Reihe an Enden, welches ist meins?