Archiv für die Kategorie ‘Fragen’

traumvisionen

Veröffentlicht: September 9, 2010 in Fragen, Gedichte, Gefühle
Schlagwörter:, , , ,

einmal
einmal werde ich aufstehen und gehen
irgendwohin
ohne ziel ohne richtung
ohne anzuhalten
nie zurückkehren – immer nur weiter

traumvisionen

was tue ich aber
wenn ich an grenzen stoße?
nicht an die meinigen
was erwünscht wäre
sondern davor noch – an staatsgrenzen…

– Ich hasse dich.
– Warum hasst du mich?
– Weil du so ein Nichts bist.
– Du bist wohl was viel Besseres, was?
– Verpiss‘ dich! Es ist doch alles wegen dir so Scheiße. Würdest du mal deinen fetten Arsch hochkriegen, wäre auch ich vielleicht mal Etwas, ein kleines zumindest, irgendein Etwas.
– Ach, jetzt bin ich auch an allem schuld. Und kam es dir nie in den Sinn, dass ich vielleicht nur wegen dir so nichtig bin? Wenn du nur ein winzig kleines bisschen an mich glauben würdest, mir etwas Vertrauen schenken, mich nur einen Augenblick lieben würdest…
– Was?? Ich habe dir doch gesagt, ich habe dir doch mehrmals versichert, dir sogar geschrieben: ‚Du kannst!‘, ‚Ich mag dich!‘, ‚Ich weiß, dass du es schaffst‘, immer wieder, tausend Zeilen… bloß dass du es nie geschafft hast…
– Ich meinte, WIRKLICH glauben, wirklich lieben, keine auswendig gelernten Sprüche, keine kalten Formelsätze. Du hast es geschrieben, DAMIT ich Dinge tue und nicht weil du daran glaubtest, dass ich sie tun werde, dass ich es kann. Du hast behauptet, mich zu lieben, damit ich mich so ändern kann, dass du mich lieben könntest. Eventuell… Noch schwerer, als mich darin zu überzeugen, war es für dich, es dir selber glaubwürdig zu machen…
– Ich habe es aber versucht, aufrichtig versucht.
– Du kannst keinen Glauben erzwingen. Auch wenn es dein Glauben ist. Vor allem dann.
– Gut, ich bin nicht gläubig. Ich finde es schwierig, zu vertrauen. Ich habe es verlernt,
einfach so zu lieben. Aber ist das jetzt Grund genug für dich, um dem gerecht zu werden, um meine pessimistischen Erwartungen zu erfüllen? Ist das eine gute Ausrede, um Nichts zu bleiben? Was bringt es dir?
– Nun, ich muss mich nicht durchkämpfen, ich muss nichts beweisen, ich passe schon ins Bild – und das schont die Kräfte. Weißt du, Energiesparmodus, ich bin ja umweltbewusst… Für andere Energiequellen, neue Methoden – bin ich schon zu schwach. Es ist wie Teufelskreis, nur der Teufel bin ich.
– Du ziehst mich doch mit!
– Du mich doch auch…
– Egal, wer wen mitzieht – die Richtung ist deutlich nach unten… Hast du keine Angst?
– Ich weiß nicht. Vielleicht. Ich bin zu müde, um mich zu fürchten…
– Hilf mir, bitte! Hilf uns! Lass uns gemeinsam etwas tun, ich versuche dir auch zu helfen.
– Kannst du das? Kann ich das? Ich weiß es nicht. Wir haben es nie gelernt. Beide Einzelgänger, beide egoistisch, beide fies zueinander. Warum sollte es jetzt klappen?
– Ich habe Angst.
– Komm her… Wir schaffen es. …Unten anzukommen, wenigstens, wenn sonst nichts.

Es war Nacht. Keine Sterne fielen zu Boden, weil es keine Sterne zu sehen gab und weil die Sterne ja in Wirklichkeit nie herunterfallen konnten. Jedenfalls nicht so, dass ein Erdmensch es überleben und dann darüber berichten könnte. Was am Ende nicht wichtig war, die Tatsache blieb, dass Anna in dieser Nacht keine Gelegenheit bekam, ihren Wunsch auf eine wundersame Astro-Weise erfüllt zu bekommen. Deswegen wanderte sie durch die graue Stadt bis zum Morgengrauen, in der Suche nach einem anderen Wunscherfüller, nämlich dem Zufall. Straßen, Brücken, Wiesen und Felder, Eisenbahnschienen und Pfützen, alles vermischte sich zu einer dunklen nichtssagenden, nichts- und nirgendwohinbringenden Masse unter den Füßen.

„Ich habe lange nachgedacht…“
„Und?“
„Ich kenne dich doch nicht.“
„Das kann nicht sein.“
„Warum nicht?“
„Weil das du bist. Wenn du mich nicht kennst, wer sonst?“
„Du kennst mich halt nicht.“

Es war Morgen. Ich dachte an ihre kalten Füße in der Nacht, und wie sie geweint hat. (mehr …)

Es hat sich einfach so viel Müll eingesammelt. Vieles läuft nach den ständigen Fehlern nicht mehr so, wie es sollte, viel langsamer, mühseliger. Speicher reicht nicht für die vielen unnötigen Prozesse, Programme werden nicht richtig installiert, funktionieren anders, als mensch es gern hätte, verbrauchen zu viele Ressourcen oder schleichen gar Malware und Viren mit ein. Selbst mit guten Mitteln lassen sich die Schäden nicht vollständig neutralisieren, mal fehlen einige wichtigen Registry-Einträge, mal sind es ein paar Unnötigen zu viel, nach und nach wird mensch gelähmt. Die Festplatte platzt vor dem nutzlosen und wichtigem Müll, überall schweben Geister von den halb verbrannten Dateien.

Ich bin schon müde. Ich versuche, den Chaos aufzuräumen, stürze da ein – und stürze ab. Von dem ganzen Müllhaufen, mal in schöne Kisten gepackt, mal in hässliche, bin ich überwältigt. Ich nehme mir eine Ecke vor, die hinten rechts, nur ein Quadratmeter für heute. Erstmal das Wichtigste herausfiltern und zur Seite legen. Paar Fotos, Papiere, Mails. Geschenke. Eventuell sind die Fotos schlechter Qualität, die Papiere veraltet, die Mails sentimentaler Unsinn, Geschenke reine Höflichkeitssache. Alles eine unnötige Vergangenheit. Weg damit! Und das Feuer brennt.

So, jetzt habe ich das Wichtigste verbrannt, was mach‘ ich mit dem dagebliebenen Schrott? Verkehrte Welt. (mehr …)

– What’s up with the world?
– Who cares.
– We’re part of it.
– Are we?
– Well, I am.
– I’m not.
– Who do you think you are? Someone special? Someone unearthy, someone above the mass?
– No, just… Not belonging there, really.
– What makes you assume you differ enough not to belong?
– It’s not an assumption, and it’s not about a difference.
– What is it about? (mehr …)