Mit ‘denken’ getaggte Beiträge

Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich fühle mich rastlos. So rastlos, dass keine Gedanken mitkommen wollen. Come on, get in, I’ll give you a lift! Wherever you want! Scheiß-Anhalter.

Ich weiß nicht. Das Schreiben hat mir noch nie was gebracht. Ich habe oft etwas gesucht, irgendwo in der Tiefe, ich konnte einfach nichts Brauchbares finden. Zeitverschwendung, nichts weiter. Richtig schreien würde eher helfen, was sagen, was zerbrechen, was tun – würde helfen. Schreiben – nicht. Schreiben macht verrückt. Das sind zwar alles Lügen, aber es wehrt sich nicht, das Schreiben. Es kann nicht. Es ist tot.

Ich surfe im Netz, um Gedanken zu containern, meine eigenen sind ja schon lange verschimmelt. Aber meist bin ich zu faul und fresse das verrotene Zeug aus dem eigenen Kopf. (Damit Gedanken nicht verroten, müsste der Kopf stets kühl bleiben.)
Wer gesund sein möchte, soll sich auch gesund ernähren. Mit Bio-Zeug, vorzugsweise.

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…aber was ist Verstehen?

Nur mental kann man die Sprache verstehen, dieses Verstehen bringt auch sprachliche Antworten, sprachliche Gemeinschaft, sprachliche Beziehungen. Verstehen durch Sprache bringt sprachliches Verstehen, nichts mehr.

Nicht das tote Regelwerk der Grammatik ist die Sprache, aber auch nicht nur das Gespräch, wie Du es auffasst. Was der Lehrer dem Lehrling einst übergeben konnte, geschah nicht über Worte, nicht über das Gespräch mit der Sprache. Zumindest nicht mit DER Sprache.

Die Sprache des Herzens, diese, die nicht in Worte zu fassen ist, des Fühlens, diese Sprache kann zum tiefsten Verstehen führen. Nicht dem mentalen Verstehen, das alles klassifizieren und klar machen will, alles absondern und differenziert betrachtet, sondern zu dem Verstehen, das die Einigkeit der Welt zu Sicht bringt, das die Einigkeit mit der Welt erfahren lässt.

Indem wir die Dinge benennen, indem wir die Welt versprachlichen und ‚verständlich‘ machen, berauben wir sie ihrer Natürlichkeit, ihrer Wahrhaftigkeit, ihrer Einheit.

Und das nicht nur bei abstrakten Dingen, bei denen auch die Sprache selbst an eigenem Können zweifelt. Auch bei ganz konkreten, ‚beschreibbaren‘ Sachen ist sie hilflos, das Eigentliche rüberzugeben.

Wenn ich das Wort ‚Tisch‘ sage, meinst Du das vielleicht gleich begriffen zu haben, – nur was meine ich damit tatsächlich? Tage würden vergehen, bis ich Dir beschriebe wie er aussieht, jener Tisch, mit allen Kleinigkeiten, die zu ihm gehören, allen Fleckchen, allen Zeichen, die seine Macher, seine Benutzer und die Zeit an ihm hinterlassen haben, vielmehr wie er sich anfühlt, wie er sich anfühlt wenn es draußen regnet, wie er sich anfühlt wenn es einen Streit gibt, – endlos könnte ich reden, und Du würdest es sowieso nicht verstehen können. Tatsächlich verstehen. Nur wenn Du bei mir stehst, in dieser Zeit des Streites, Dich an jenen Tisch genau so hälst, um Dich nicht zu verlieren, wenn Du Deine Hand auf meiner hast und sie spürst, – nur dann kannst Du ein kleines bisschen verstehen, was ich mit dem ‚Tisch‘ gemeint hatte…

„Wenn die Sprache verstummt, herrscht das Chaos, die totale Beziehungslosigkeit.“

Mit der Sprache verlieren wir nicht die Welt – was wir verlieren, ist die Illusion, die Welt zu besitzen. Die Illusion, die Welt als eine mathematische Formel, als eine beliebig zerteilbare und beschreibbare Struktur – und mit dem Gehirn – verstehen zu können. Die Sprache schafft keine Gemeinschaft, keine Einheit, sie macht fremd. Gerade sie, die Sprache, zerbricht das Individuum zusammen mit seiner Welt in vereinzelte Stückchen – das ist diese ‚Individualität‘, die nichts anderes als eine Abgesonderheit ist. Die Einheit kommt nur durch das Fühlen, durch das stumme Zuhören, das Mitspüren – nicht durch das Denken und gar Reden.

Die Verlust der Gegenständlichkeit der Gespräche macht mir keine Sorgen, diese ist und war immer künstlich gewesen. Im Eigentlichen ist die Fähigkeit jener Modewörter, „einen Gruppenbezug herzustellen“, Emotionen ausdrücken viel mehr Wert, wenn sie es auch schafft.

Über etwas sprechen, das ständige Sprechen, und über etwas reden müssen – verstummt die Sinne, das Herz, die innere Stimme, das, womit man tatsächlich etwas verstehen könnte.

Schweigen ist eine Kunst, die wir verlernt haben; eine Kunst, vollkommene Gespräche zu führen…

fliehen

Veröffentlicht: September 11, 2008 in Gefühle
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von sich und so. tun, um nicht zu denken. tun, um zu vergessen. denken, um nicht zu machen. denken eines, um das andere zu vergessen. tun und nicht tun, um zu fliehen. denken und sich dies verbieten. fliehen. angst, mit sich alleine gelassen zu werden. angst, zu sein.