Mit ‘empfindungen’ getaggte Beiträge

Gerüche

Veröffentlicht: Juli 2, 2010 in Diverses, Gedanken, Gefühle
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Gerüche…
Scharf, schneidend, feucht-erdig. Wachsende Pilze (Welche? Pfifferlinge?), in der dunklen Feuchte, im Laub und Moos…
Mild, trocken, mit verwelkter Frische. Glatzköpfige Felder, die sich noch an Heu erinnern, aber nicht mehr ans Gras, noch nicht, auch.
Süßlich-staubig, angebrannt, angenehm alt. Hopfen? (Warum Hopfen?) Altes Buch mit vergilbten vertrockneten Seiten. Verstaubt, sich in Staub verwandelnd. Geröstetes Roggenmehl, heiß und duftend.

Gerüche…
So gegen Mitternacht scheinen sie am intensivsten zu sein. Als ob sie sich von den schreienden Bildern des Tages, vom Lärm der Autos, Menschen und der Stadt loslösen können und ihr eigenes Leben führen. Verspätete Menschen verirren wollen. Verführen. Mich jedenfalls. Auf dem kurzen Radweg durchlebe ich Tausend Geschichten, die mich mitreißen wollen, irgendwo in andere Welten, Traumwelten, meine Welten. Meine Vergangenheit. Kindheit. Meine Geschichten, die ich nicht mehr kenne, die so unsichtbar, so flüchtig sind, wie diese zarten Geruchswölkchen, – und doch genau so stark, so verlockend, Sehnsucht erweckend, Kopf verdrehend, schlagartig, fast zur Ohnmacht. Ich rase weiter, ohne anzuhalten, ohne langsamer zu werden, obwohl alles in mir schreit, zurück möchte, wehrt sich panisch, um mit dem Geruch wegzufliehen, seine Quelle zu suchen. Ich fahre weiter, durch die Angst hindurch, Angst, das letzte Fetzchen diesen unheimlich nahen Geruchs zu verlieren, Angst, die mich überwältigt und lahm macht. Ich verdrehe den Kopf, ich vergesse die Straße, ich spüre mein Rad nicht, es sind die unsichtbaren zarten Fäden, die mich zurückziehen, in die Tiefe, in die unerkannten Geschichten, die mich wahnsinnig machen. Und dann reißen sie, irgendwann, und ich muss mich am Lenkrad halten, so erschütternd ist die wiederkehrende Leere.

Gerüche…
So unrealistisch und so real. Surreal. Wie Träume. Deutlich spürbar, ganz in der Nähe, fast in der Hand – und unfassbar. Sie greifen nach dir, greifen dich an – und bleiben stets ungreifbar, unbegreifbar. So vage, so verwirrend, das Vergangene, das Jetzige und das Mögliche durcheinander bringend. Wie Träume. Es fehlt an Zeit, an Klarheit und an Wörtern, um dieses flüchtige Ereignis wenigstens annähernd zu versprachlichen. Man vergisst die im gleichen Moment, da die verschwinden, bleibt nur ein undeutliches Gefühl – ein rastloses, mulmiges, kindlich glückliches, sehnsüchtiges, – aber immer vage und unverständlich. Und die Empfindung, da war was, etwas, was auf dich gewirkt hat, mit dir passiert ist, dich verändert hat. Du weißt es ganz genau, du spürst es, wochenlang, jahrelang. Nur was da war ist für immer ein Rätsel…

Shorts

Veröffentlicht: November 1, 2009 in Gedanken, Gefühle
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Ich habe Messer in meinen Augen, oder Sägen, jedenfalls scharf. Jedes Mal schneden sie ein Augenstückchen ab, langsam, genüsslich, jedes Mal wenn ich weinen möchte. Es geht einfach nicht. Ich bin jetzt zum Teil blind – 4,75 dio., ich sehe weniger, aber ich weine auch weniger. Manchmal nur. Ich kann mir auch nicht erklären, warum, und das ist das Schlimmste. Dann ist der Schmerz so stark, dass ich meine Augenlieder betasten muss, Blut suchend. Aber sie sind trocken, kein Blut, keine Tränen. Nur ein verwundeter Blick, der sich nach innen einschleichen wollte, bleibt an den Wimpern zittern.

Ich bin mir fremd. Ich kenne mich nicht, ich erkenne mich nicht. In meiner Erinnerung bleiben die unklaren Umrisse meiner Figur, verschwommene Gesichtszüge. (mehr …)

mein Morgen
hat rosa Wangen
vom Joggen im Wald

mein Tag rennt davon

mein Abend hat müde Füße

meine Nacht
verdeckt mir die Augen
mitleidig

mein Morgen
hat rosa Wangen
glücklich
(mehr …)

Sinnestäuschung

Veröffentlicht: September 2, 2009 in Gedichte, Gefühle
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Ganz-ganz leise
Kannst du mich hören?
Ich höre – kaum –
deinen Seufzer

Ganz-ganz neblig
Kannst du mich sehen?
Ich sehe – schmerzhaft –
deine Tränen

Ganz-ganz zärtlich
Kannst du mich spüren?
Ich spüre – lächelnd –
deine Seele

careless and empty

Veröffentlicht: August 25, 2009 in Gedanken, Gefühle
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Not that I cared. Not that I should have had. Not even that I thought about it. That wasn’t me. Something, something unvisible was around, near me, above me, pressing the thick air towards my brain and my lungs, and made me suffocate. I gasped and tried to flee, I couldn’t see, the view was blurred. I couldn’t think clearly, I couldn’t think at all. That something was now smashing itself against my head, I heard dull thuds and felt some sticky burnt-rubber-like liquid melting my hair, flooding my back. I tried to scream but not a sound came out, I shivered. And then, I sunk, as the thick emptiness attacked again, it pressed against my ribs, my heart, I couldn’t breathe, I couldn’t feel. I fell, and now, defeated, rackless on the ground, a wrack, I thought an only thought, a lonely thought. Maybe. Maybe I did care.