Mit ‘erwartungen’ getaggte Beiträge

– Ich hasse dich.
– Warum hasst du mich?
– Weil du so ein Nichts bist.
– Du bist wohl was viel Besseres, was?
– Verpiss‘ dich! Es ist doch alles wegen dir so Scheiße. Würdest du mal deinen fetten Arsch hochkriegen, wäre auch ich vielleicht mal Etwas, ein kleines zumindest, irgendein Etwas.
– Ach, jetzt bin ich auch an allem schuld. Und kam es dir nie in den Sinn, dass ich vielleicht nur wegen dir so nichtig bin? Wenn du nur ein winzig kleines bisschen an mich glauben würdest, mir etwas Vertrauen schenken, mich nur einen Augenblick lieben würdest…
– Was?? Ich habe dir doch gesagt, ich habe dir doch mehrmals versichert, dir sogar geschrieben: ‚Du kannst!‘, ‚Ich mag dich!‘, ‚Ich weiß, dass du es schaffst‘, immer wieder, tausend Zeilen… bloß dass du es nie geschafft hast…
– Ich meinte, WIRKLICH glauben, wirklich lieben, keine auswendig gelernten Sprüche, keine kalten Formelsätze. Du hast es geschrieben, DAMIT ich Dinge tue und nicht weil du daran glaubtest, dass ich sie tun werde, dass ich es kann. Du hast behauptet, mich zu lieben, damit ich mich so ändern kann, dass du mich lieben könntest. Eventuell… Noch schwerer, als mich darin zu überzeugen, war es für dich, es dir selber glaubwürdig zu machen…
– Ich habe es aber versucht, aufrichtig versucht.
– Du kannst keinen Glauben erzwingen. Auch wenn es dein Glauben ist. Vor allem dann.
– Gut, ich bin nicht gläubig. Ich finde es schwierig, zu vertrauen. Ich habe es verlernt,
einfach so zu lieben. Aber ist das jetzt Grund genug für dich, um dem gerecht zu werden, um meine pessimistischen Erwartungen zu erfüllen? Ist das eine gute Ausrede, um Nichts zu bleiben? Was bringt es dir?
– Nun, ich muss mich nicht durchkämpfen, ich muss nichts beweisen, ich passe schon ins Bild – und das schont die Kräfte. Weißt du, Energiesparmodus, ich bin ja umweltbewusst… Für andere Energiequellen, neue Methoden – bin ich schon zu schwach. Es ist wie Teufelskreis, nur der Teufel bin ich.
– Du ziehst mich doch mit!
– Du mich doch auch…
– Egal, wer wen mitzieht – die Richtung ist deutlich nach unten… Hast du keine Angst?
– Ich weiß nicht. Vielleicht. Ich bin zu müde, um mich zu fürchten…
– Hilf mir, bitte! Hilf uns! Lass uns gemeinsam etwas tun, ich versuche dir auch zu helfen.
– Kannst du das? Kann ich das? Ich weiß es nicht. Wir haben es nie gelernt. Beide Einzelgänger, beide egoistisch, beide fies zueinander. Warum sollte es jetzt klappen?
– Ich habe Angst.
– Komm her… Wir schaffen es. …Unten anzukommen, wenigstens, wenn sonst nichts.

– Erik?
…Wieso hat er mich angerufen? Will er sich entschuldigen? Will er, dass wir wieder zusammen sind? Nein, das ist unwahrscheinlich. Vielleicht, ja, aber er wird es nicht sagen. Er wird nicht anrufen und so was fragen. Würde er fragen, ob wir was unternehmen könnten? So unverbindlich, als ob (mehr …)

– Was möchtest du wissen?
– Hm. Was kannst du mir erzählen?
– Es ist doch egal, was ich erzählen kann. Was möchtest du wissen?
– Weiß nicht. Wenn ich etwas wissen will, was du mir gar nicht sagen kannst, ist das einfach verschwendete Energie.
– Vielleicht wird die Energie verschwendet, wenn du etwas von jemandem erwartest, was du gar nicht wissen willst. Was du gar nicht willst.
– Willst du mir denn was erzählen?
– Das ist doch eine ganz andere Frage…
– He? Was willst du von mir überhaupt?
– Diese Frage ist wieder ganz anders. Ich glaube, du musst doch entscheiden, was du tatsächlich wissen möchtest…
– Du bist blöd.
– Ah. Das wollte ich wissen.

es gab einmal ein komisches mädchen, das nicht wusste, was es will.

es ging so ziemlich ziellos durch das leben und suchte irgendein sinn in den dingen. manchmal versuchte es, selber den sinn den dingen zu geben, aber es passierte gewöhnheitsmäßig nur das gegenteil: alle dinge, die für viele sinnvoll oder zumindest sinnneutral waren, die vielleicht auch *wirklich* so waren, empfand es als sinnentleert.

logisch, wie das mädchen sie empfand, so waren sie auch für es. es machte sich das leben freiwillig zu einer sinnloser reihenfolge von sinnlosen dingen.

und nun? kam ein prinz, der es aus dem sinnlosen schlaf weckte? fand es ein blümchen, das es von der sinnlosen zauberei befreite? ist es tatsächlich bezaubert worden und soll tausend jahren auf irgendwas warten, und dann ist alles wieder sinnvoll und toll?

tja, so was kommt doch nur in märchen vor. wer die macht der eigenzauberei nicht begriffen hat, dem kann auch nicht geholfen werden. die zaubersprüche soll man drinnen suchen…

Immer mit dem Hintergedanken: Was ist wirklich dahinter? Immer mit der Freude, neues zu entdecken. Immer mit der Angst, enttäuscht zu werden.

Die Übergänge sind fließend. Und immerhin fühlt man gewisse Grenzen, die ganze Zeit. Alles ist eine Art ganzheitliche sich ständig dehnende Grenze.

Sobald man überrascht wird, eine ungewisse Vorstellung anders zu empfinden, hat sie sich schon geändert und man weiß nicht mehr, was sie eigentlich war. Und man wird durch andere Dinge überrascht, vielleicht die, die noch vor kurzem als logisch in der Vorstellung erscheint haben.

Grenzen. Man weiß nie, ob es tatsächlich eine neutrale Zone gibt. Wan weiß nie, ob es geschossen wird. Man wagt es, und erfährt. Was auch immer.