Mit ‘gesellschaft’ getaggte Beiträge

traumvisionen

Veröffentlicht: September 9, 2010 in Fragen, Gedichte, Gefühle
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einmal
einmal werde ich aufstehen und gehen
irgendwohin
ohne ziel ohne richtung
ohne anzuhalten
nie zurückkehren – immer nur weiter

traumvisionen

was tue ich aber
wenn ich an grenzen stoße?
nicht an die meinigen
was erwünscht wäre
sondern davor noch – an staatsgrenzen…

Ich falle

Veröffentlicht: Oktober 5, 2009 in Gedanken, Gefühle
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Ich falle.
Ich träume von Welten, die um mich passieren und von Welten, die ich nie passieren werde.
Ich träume.
Ich falle durch die Fehler in meinem Leben und im Leben der anderen.

Ich werde alt und erkenne mich selbst nicht mehr.
Gedächtnislücken. Demenz des Geistes.

Ich träume vom Fallen und ich falle, aus den Träumen, die mich nicht mehr halten können.

Mir ist kalt.

Ich habe lange nicht mehr geträumt, nur geplant, nur gerechnet.
Ich habe Träume gegen Struktur getauscht, gegen die sogenannte Sicherheit.
Ich habe mein Leben an die Gesellschaft verkauft.
Es wird genutzt. Auch ohne mich.

Ich falle.

Sie waren in einem Luftballon. Viele, zu viele. Und dann geschah es, was alle erwartet und befürchtet haben. Sie fangen an, zu senken. Noch nicht fallen, noch hatten sie Zeit, aber bald. Bald wird es soweit, bald werden sie alle sterben. Der Luftballon war nicht für so viele Menschen gebaut, es war eine Dummheit, diese Reise zu machen, trotz gesundem Menschenverstand. Aber es wollten ja alle, es konnte kein Kompromis zustande kommen. Da, auf der Erde. Nun musste es geschehen, denn sonst… Daran wollte niemand denken.

Alle schauten ängstlich hinunter und fragten sich, was noch über Bord kann. Oder wer? Manche zitterten, kauten nervös an ihren Lippen, manche verbargen ihre Angst hinter einem gleichgültigen Lächeln. Die Last vom Luftballon war schon längst weg, auch all die Koffer. Nun fielen die Schuhe runter, alle bis auf eine Uhren. Und ein Teil des Essens. Selbst wenn sie alle überleben würden, ob für lange, hier mitten des Nichts, über dem endlosen Meer.

Es musste entschieden werden. Es gab keine andere Wahl. Nur wie?

Wer kann das Gericht spielen, wer kann sich dafür verantwortlich fühlen? Es sind doch alle Menschen. Menschen, die es irgendwie wert sind, am Leben zu bleiben. Wie soll ich entscheiden, dass du zum Tode verurteilt bist? Wofür? Einfach weil ich leben will? Werde ich danach leben können? (mehr …)

nukleare freude

nuclear joy

Eine Entscheidungssache, die Zeit, die Lebensabschnitte.

Die Grenze zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit ist fließend, fast unsichtbar. Wie auch zwischen der Gegenwart und der Zukunft. Wie auch zwischen der Zukunft und der Vergangenheit.

Die Zukunft existiert nicht, es sind nur unsere gegenwärtigen unsicheren Träume, Hoffnungen, komischen Pläne. Phantasie. Die Vergangenheit existiert nicht, es sind nur unsere gegenwärtigen Sehnsüchte, Ängste, Enttäuschungen, verwundeten Gefühlen, ausgebrannten Gedanken. Erinnerungsqual. Die Gegenwart existiert immer nur ein flüchtiges Moment, jedes Mal ein neues. Was wir als Gegenwart empfinden, ist ein Teil davon, was wir Vergangenheit oder Zukunft nennen, und somit nur noch eine kleinschrittige Ausdehnung von den momentanen Gefühlen und Gedanken.

Die Zeit, das Leben als Fluss von kleinsten Momenten ist schwer vorstellbar und nutzt der heutigen hi-tech Gesellschaft kaum. Der Mensch klassifiziert, um zu leben. Der Mensch lebt, um zu klassifizieren. Der Mensch klassifiziert, anstatt zu leben.

Und die Labels fertigen wir uns selber an:

Das hier ist ‚Vergangenheit‘, Unterebene ‚gestern‘ – Stempel bitte! Ähm, aber ich würde das von gestern gern in die Gegenwart verschieben… War so toll… Ein Bildchen auf die Wand? Ein Bildchen im Kopf?
Label ‚Gegenwart‘, Unterebene ‚gestern‘. Hmm, ‚ab gestern’…  Hmm… ‚morgen‘? Ja, morgen tue ich das.
Label ‚Zukunft’…

Das Gute daran ist, wir können entscheiden, was unsere so genannte Gegenwart ausmacht. Das Schlechte – wir verstehen nicht, dass es nur unsere Entscheidungen sind…

Meine Gegenwart ist ein Fluss von Nicht-Momenten…