Mit ‘neurotisches’ getaggte Beiträge

aufgeräumt

Veröffentlicht: August 30, 2010 in Gefühle, Selbstgespräche
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Irgendwo, irgendwohin.
Tappe ich im Dunkeln?
Ich wälze mich in meinen Blutpfützen.
Mein restliches Gehirn läuft langsam aus. Eine graue Masse – wusste ich doch.
Grau, alles nur grau.
Jetzt kann ich den Kopf endlich sauber machen. Hirnreste abwischen wie Kotze. Eimerweise Spülwasser. Den Schädel von innen polieren: Hochglanz, wie schön.
So ist es gut.
Ordnung hilft ja, besser denken zu können.

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– Ich hasse dich.
– Warum hasst du mich?
– Weil du so ein Nichts bist.
– Du bist wohl was viel Besseres, was?
– Verpiss‘ dich! Es ist doch alles wegen dir so Scheiße. Würdest du mal deinen fetten Arsch hochkriegen, wäre auch ich vielleicht mal Etwas, ein kleines zumindest, irgendein Etwas.
– Ach, jetzt bin ich auch an allem schuld. Und kam es dir nie in den Sinn, dass ich vielleicht nur wegen dir so nichtig bin? Wenn du nur ein winzig kleines bisschen an mich glauben würdest, mir etwas Vertrauen schenken, mich nur einen Augenblick lieben würdest…
– Was?? Ich habe dir doch gesagt, ich habe dir doch mehrmals versichert, dir sogar geschrieben: ‚Du kannst!‘, ‚Ich mag dich!‘, ‚Ich weiß, dass du es schaffst‘, immer wieder, tausend Zeilen… bloß dass du es nie geschafft hast…
– Ich meinte, WIRKLICH glauben, wirklich lieben, keine auswendig gelernten Sprüche, keine kalten Formelsätze. Du hast es geschrieben, DAMIT ich Dinge tue und nicht weil du daran glaubtest, dass ich sie tun werde, dass ich es kann. Du hast behauptet, mich zu lieben, damit ich mich so ändern kann, dass du mich lieben könntest. Eventuell… Noch schwerer, als mich darin zu überzeugen, war es für dich, es dir selber glaubwürdig zu machen…
– Ich habe es aber versucht, aufrichtig versucht.
– Du kannst keinen Glauben erzwingen. Auch wenn es dein Glauben ist. Vor allem dann.
– Gut, ich bin nicht gläubig. Ich finde es schwierig, zu vertrauen. Ich habe es verlernt,
einfach so zu lieben. Aber ist das jetzt Grund genug für dich, um dem gerecht zu werden, um meine pessimistischen Erwartungen zu erfüllen? Ist das eine gute Ausrede, um Nichts zu bleiben? Was bringt es dir?
– Nun, ich muss mich nicht durchkämpfen, ich muss nichts beweisen, ich passe schon ins Bild – und das schont die Kräfte. Weißt du, Energiesparmodus, ich bin ja umweltbewusst… Für andere Energiequellen, neue Methoden – bin ich schon zu schwach. Es ist wie Teufelskreis, nur der Teufel bin ich.
– Du ziehst mich doch mit!
– Du mich doch auch…
– Egal, wer wen mitzieht – die Richtung ist deutlich nach unten… Hast du keine Angst?
– Ich weiß nicht. Vielleicht. Ich bin zu müde, um mich zu fürchten…
– Hilf mir, bitte! Hilf uns! Lass uns gemeinsam etwas tun, ich versuche dir auch zu helfen.
– Kannst du das? Kann ich das? Ich weiß es nicht. Wir haben es nie gelernt. Beide Einzelgänger, beide egoistisch, beide fies zueinander. Warum sollte es jetzt klappen?
– Ich habe Angst.
– Komm her… Wir schaffen es. …Unten anzukommen, wenigstens, wenn sonst nichts.

schwarze netze
zerrissen
haken aus der wand gerissen
ich falle
greife
nach glitschigen wänden
hänge
blutige hände
mein henker
leerer blick
schiefes lächeln
ein seil wohlwollend
ich flüchte mich –
in die hölle

Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich fühle mich rastlos. So rastlos, dass keine Gedanken mitkommen wollen. Come on, get in, I’ll give you a lift! Wherever you want! Scheiß-Anhalter.

Ich weiß nicht. Das Schreiben hat mir noch nie was gebracht. Ich habe oft etwas gesucht, irgendwo in der Tiefe, ich konnte einfach nichts Brauchbares finden. Zeitverschwendung, nichts weiter. Richtig schreien würde eher helfen, was sagen, was zerbrechen, was tun – würde helfen. Schreiben – nicht. Schreiben macht verrückt. Das sind zwar alles Lügen, aber es wehrt sich nicht, das Schreiben. Es kann nicht. Es ist tot.

Ich surfe im Netz, um Gedanken zu containern, meine eigenen sind ja schon lange verschimmelt. Aber meist bin ich zu faul und fresse das verrotene Zeug aus dem eigenen Kopf. (Damit Gedanken nicht verroten, müsste der Kopf stets kühl bleiben.)
Wer gesund sein möchte, soll sich auch gesund ernähren. Mit Bio-Zeug, vorzugsweise.

die zeiten des grau[en]s

Veröffentlicht: Januar 14, 2010 in Gefühle
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Ich sehe die Sonne an, starre sie an, bis mir die Augen brennen. Und ich will mehr, mehr von dieser ekligen blassen Kugel, die mich blind macht. Ich vergrabe mein Gesicht im Schneematsch unter den ekligen zugefrorenen Autos, schluckte die eklige dunkle Masse. Kleine Stückchen, eins nach dem anderen, in verschiedenen Tönen von Schwarz und Grau. Oder Braun. Als ich klein war, sah der Schnee noch weiß aus… Mein Körper ist schwach, mein Kopf sammelt die letzten Kräfte für eine sinnlose Ausrede, mein Körper ist mit Vibrationen durchgestochen, mein Kopf mit dem endlosen Flimmern betäubt, mein Gehirn gibt mich auf, mein Körper gibt mich auf, mein Wille gibt mich auf, mein Herz gibt mich auf, mein ich gibt mich auf, und ich – ich kann nicht aufgeben. Ich bin zu schwach.