Mit ‘regen’ getaggte Beiträge

DSC02950-c„Ich finde den Regen schön.“
Er lächelte. „Er passt zu dir.“
„Bin ich auch so kalt?“ Jetzt lächelte sie.
„Du weckst eine gewisse Herbststimmung…Sehnsucht nach etwas. Und man kann deine kalten Hände im Nacken spüren…“
„Du magst keinen Regen.“
„Nein. Aber ich mag dich.“
Es war schon dunkel im Tiergarten, ein paar einsame Laternen brannten auf dem Hauptweg. Bald würde der Park zumachen, das hörte man an der Stille.
„Hörst du?“
„Was?“
„Die Stille. Irgendwo ganz nah, zwischen den Regentropfen.“
Er sah sie nur unverwandt an, mit einem lächelnden Blick, und spielte mit ihrem Haar. Sie wandte ihren Blick ab.
„Was ist?“ sie klang unsicher und wissend zugleich.
„Ich mag dich einfach.“
„Du frierst.“
Er lachte leise. „Ach, du… Aber du hast Recht, ich friere. Wie du ja auch…“
Und dann saßen sie weiter, sie in seiner Jacke und mit vor Kälte verschränkten Armen, er mit seinen verfrorenen Fingern in ihrem Haar. Sie drehte ihren Kopf nach oben und fing Regentropfen mit dem Mund auf, lachend und zitternd.
„Lass uns gehen,“ sagte sie schließlich. „Wir werden bestimmt über den Zaun klettern müssen.“
„Ja, lass uns gehen,“ stimmte er zu und rührte sich nicht. (mehr …)

Advertisements

wieder
leben voll regen
dampfender morgen
trauerlieder
trauerklänge
vollmond in tränen
im nebel
verlorene einsame
liebe


ich frage mich manchmal, was ‚alles‘ bedeuten soll. ich suche nach bedeutungen in komischen sachen. wichtigen sachen. sinnlosen sachen. in allem worüber ich so nachdenke.

gibt es die oder gibt es die nicht? passieren dinge ‚einfach so‘: reiner zufall, höchstens geradeliniege zusammenhänge? oder sollte es so sein? wird es durch etwas – in der vergangenheit – verursacht? wird es mit etwas – in der gegenwart – verbunden? wird es – in der zukunft – folgen haben?

und finde immer wieder die gleiche antwort. all meine vergangenheit wurde zu mir. alles was grad passiert fließt aus dem davorigen ‚ich‘ – und formiert mich weiter. meine zukunft – entwickle ich gerade dadurch… und die bringt mich immer weiter.

nein, der regen morgen kommt nicht weil ich heute weine… aber dadurch dass ich heute weine, sehe und spüre ich den regen morgen anders… vielleicht erinnert er mich an die tränen… vielleicht werde ich beruhigt – ich bin nicht alleine…

ich schaffe meine welt. wie auch egozentrisch das klingen soll. ich schaffe keine gebäude, straßen, kriege, kleider, wolken, freunde. aber die existieren nur so, wie ich die empfinde. und somit sind meine empfindungen – meine welt. soviel wie sachen und menschen mein empfinden beeinflussen, formieren, bereichern, berauben – schaffen die auch meine welt mit. und genau dies ist die bedeutung. in sinnvollen und sinnlosen sachen. mein regen bedeutet mir mehr als meine wohnung. er ist vielmehr an der gestaltung meines wesens beteiligt.

und so sind die menschen. ein zufälliges lächeln ist vielmehr als zehn jahre guter routine. plötzlich taucht man auf um im nächsten moment wieder zu verschwienden. vielleich für immer. aber auch um – für immer – ein teil einer kleinen welt zu werden. oder man kommt langsam, unbemerkt und ungestört. und baut – langsam – einen storm auf. um vielleicht dann von der spitze der welle – fallen lassen. und nicht fangen können/wollen. noch ein stückchen der zu schaffenden welt.

ich werde nie so sein wie ich mal war. ich werde nie so sein, wie ich gerade bin. ich kann nur weiter. und das ist auch gut so.